Was du neben der Prämie selbst bezahlst
In der Grundversicherung (KVG) bezahlst du neben der Prämie einen Teil der Behandlungskosten selbst. Diese Kostenbeteiligung hat drei Teile:
- Franchise: ein fester Betrag pro Kalenderjahr, den du zuerst selbst trägst. Die ordentliche Franchise für Erwachsene und junge Erwachsene beträgt 300 Franken. Wählbar sind 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 Franken.
- Selbstbehalt: 10 Prozent der Kosten über der Franchise, höchstens 700 Franken im Jahr für Erwachsene und 350 Franken für Kinder.
- Spitalbeitrag: 15 Franken pro Tag im Spital, nicht für den Austrittstag. Kinder, junge Erwachsene in Ausbildung und Frauen bei Mutterschaft bezahlen ihn nicht.
Für Kinder bis 18 Jahre gibt es keine ordentliche Franchise. Eltern können für sie eine Franchise von 100, 200, 300, 400, 500 oder 600 Franken wählen. Sind mehrere Kinder einer Familie bei der gleichen Kasse versichert, gilt eine gemeinsame Obergrenze.
Ab der 13. Schwangerschaftswoche, bei der Geburt und bis acht Wochen danach wird für die Leistungen bei Mutterschaft keine Kostenbeteiligung erhoben.
Höchstbetrag und Rücklage pro Franchise
Im schlechtesten Fall bezahlst du in einem Jahr die ganze Franchise und den vollen Selbstbehalt von 700 Franken, bei einem Spitalaufenthalt zusätzlich 15 Franken pro Tag. Teilst du diesen Höchstbetrag durch 12, hast du die Rücklage, mit der jede Arztrechnung gedeckt ist.
Wie viel Rabatt eine höhere Franchise bringt, legt jede Kasse selbst fest. Die Verordnung begrenzt ihn: Der Rabatt pro Jahr darf höchstens 70 Prozent des zusätzlichen Risikos betragen, also der Differenz zur Franchise von 300 Franken. Zudem muss die Prämie mindestens 50 Prozent der ordentlichen Prämie mit Unfalldeckung betragen. Die tatsächlichen Rabatte sind oft kleiner als dieses Maximum.
Erwachsene, Beträge in Franken. Rücklage = (Franchise + 700) / 12, gerundet. Höchster Rabatt = 70 Prozent von (Franchise minus 300).
| Franchise | Höchste Kostenbeteiligung pro Jahr | Rücklage pro Monat | Höchster Prämienrabatt pro Jahr | Pro Monat, rund |
|---|---|---|---|---|
| 300 | 1000 | 83 | 0 | 0 |
| 500 | 1200 | 100 | 140 | 12 |
| 1000 | 1700 | 142 | 490 | 41 |
| 1500 | 2200 | 183 | 840 | 70 |
| 2000 | 2700 | 225 | 1190 | 99 |
| 2500 | 3200 | 267 | 1540 | 128 |
Für ein Kind ohne Wahlfranchise beträgt der Höchstbetrag 350 Franken im Jahr, mit der Franchise 600 sind es 950 Franken.
Wann sich die hohe Franchise lohnt
Die hohe Franchise spart Prämie, dafür bezahlst du mehr selbst, sobald du Arztkosten hast. Zwischen den Franchisen 300 und 2500 gilt: Die Franchise 2500 ist günstiger, solange deine Kosten im Jahr unter 300 Franken plus Prämiendifferenz pro Jahr geteilt durch 0,9 bleiben. Bei einer Differenz von 100 Franken im Monat (1200 im Jahr) liegt diese Grenze bei rund 1630 Franken Arztkosten. Selbst beim höchsten erlaubten Rabatt von 1540 Franken liegt sie bei rund 2010 Franken. Wer mehr Arztkosten erwartet, fährt mit der Franchise 300 günstiger.
Beispiel mit angenommenen Prämien für eine erwachsene Person: 450 Franken im Monat mit der Franchise 300, 330 Franken mit der Franchise 2500. Das sind keine Tarife: Deine Prämien findest du auf priminfo.admin.ch. Beträge in Franken pro Jahr, ohne Spitalbeitrag.
| Arztkosten im Jahr | Franchise 300: selbst bezahlt | Franchise 300: total mit Prämie | Franchise 2500: selbst bezahlt | Franchise 2500: total mit Prämie |
|---|---|---|---|---|
| 0 | 0 | 5400 | 0 | 3960 |
| 1000 | 370 | 5770 | 1000 | 4960 |
| 2000 | 470 | 5870 | 2000 | 5960 |
| 5000 | 770 | 6170 | 2750 | 6710 |
| 10000 | 1000 | 6400 | 3200 | 7160 |
Hier liegt die Grenze bei 1900 Franken Arztkosten: 1440 Franken Prämiendifferenz geteilt durch 0,9, plus 300. Die mittleren Franchisen liegen dazwischen; ob eine davon für dich passt, hängt vom Rabatt deiner Kasse ab. Der Franchise-Rechner vergleicht 300 und 2500 mit deinen eigenen Zahlen.
So kommt die Krankenkasse ins Monatsbudget
Die Prämie der Grundversicherung wird nicht vom Lohn abgezogen: Du bezahlst sie selbst an die Krankenkasse. Plane sie deshalb als feste Ausgabe vom Nettolohn ein, zusammen mit einer Rücklage für die Kostenbeteiligung.
- Feste Ausgabe: die Monatsprämie laut Police, nach Abzug einer allfälligen Prämienverbilligung.
- Rücklage Gesundheit: bei einer hohen Franchise (Franchise + 700) / 12, also rund 267 Franken im Monat bei der Franchise 2500. Bei der Franchise 300 reichen rund 83 Franken. Lege den Betrag auf ein separates Konto, bis der Jahreshöchstbetrag beisammen ist; danach füllst du nur auf, was du gebraucht hast.
- Erwartete Kosten: Hast du regelmässige Arztbesuche oder Medikamente, plane mindestens diese Kosten pro Monat ein, auch wenn sie unter dem Höchstbetrag liegen.
Im Beispiel oben heisst das: mit der Franchise 2500 im ersten Jahr 330 Franken Prämie plus 267 Franken Rücklage, zusammen 597 Franken im Monat; mit der Franchise 300 sind es 450 plus 83, zusammen 533 Franken. Die hohe Franchise spart erst, wenn die Rücklage steht und du sie nicht brauchst. Zum Vergleich: Die Budgetbeispiele der Budgetberatung Schweiz für eine Einzelperson rechnen mit 450 Franken für die Krankenkasse (KVG, ohne Prämienverbilligung). Die mittlere Prämie 2027 für Erwachsene beträgt laut BAG 487.60 Franken im Monat, über alle Franchisen und Modelle.
Franchise wechseln: die Fristen
Die Franchise gilt immer für ein ganzes Kalenderjahr. Ein Wechsel ist nur auf den 1. Januar möglich:
- Tiefere Franchise: Die Mitteilung muss bis zum 30. November schriftlich bei der Kasse eintreffen (einmonatige Kündigungsfrist nach Art. 7 KVG). Für 2027 ist das Montag, der 30. November 2026. Massgebend ist der Eingang, nicht der Poststempel.
- Höhere Franchise: Sie ist auf Beginn jedes Kalenderjahres möglich. Laut BAG genügt eine schriftliche Mitteilung bis zum 31. Dezember; das BAG empfiehlt, die Kasse spätestens Mitte Dezember zu benachrichtigen.
Wer wegen eines Umzugs oder Stellenwechsels unter dem Jahr die Kasse wechselt, behält die gewählte Franchise, sofern die neue Kasse sie anbietet. Bereits bezahlte Franchise und Selbstbehalt werden angerechnet.
Ausblick: Der Bundesrat hat am 13. März 2026 vorgeschlagen, die ordentliche Franchise von 300 auf 400 Franken zu erhöhen und künftig an die Kostenentwicklung anzupassen. Die Vernehmlassung lief bis Juni 2026; beschlossen ist nichts, und für 2027 gelten die Beträge oben.
Quellen
- Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), SR 832.10 / Loi fédérale sur l'assurance-maladie (LAMal), Art. 7 und 64 (Fassung vom 2026-07-01, abgerufen 2026-11-07)
- Verordnung über die Krankenversicherung (KVV), SR 832.102 / Ordonnance sur l'assurance-maladie (OAMal), Art. 90c, 93, 94, 95, 103 und 104 (Fassung vom 2026-10-22, abgerufen 2026-11-07)
- BAG: Krankenversicherung, Prämien und Kostenbeteiligung (abgerufen 2026-11-07)
- BAG, Faktenblatt: Wechsel der Krankenkasse, Information für Versicherte (Fristen für tiefere und höhere Franchisen) (2025-09-23, abgerufen 2026-11-07)
- BAG, Kantonale monatliche mittlere Prämien 2026/2027 der OKP inkl. Wahlfranchisen und Modelle (PDF) (2026-09-29)
- Der Bundesrat: Vernehmlassung zur Anpassung der Mindestfranchise (2026-03-13, abgerufen 2026-11-07)
- Dachverband Budgetberatung Schweiz: Budgetbeispiele für Einzelpersonen (Version 2025/2026, abgerufen 2026-10-11)
- Priminfo (BAG): Prämienrechner und Franchisenrechner (abgerufen 2026-11-07)