Die kurze Antwort
Als Einzelperson brauchst du in den zehn grössten Schweizer Städten rund 3'250 bis 3'810 Franken netto im Monat für ein knappes Budget: eine 2-Zimmer-Wohnung zur Durchschnittsmiete, die mittlere Krankenkassenprämie, die Steuern und die übrigen Ausgaben nach den Budgetbeispielen der Budgetberatung. Nebenkosten und Sparen sind darin nicht enthalten. Am wenigsten braucht es in St. Gallen, am meisten in Zürich.
Wer die Empfehlung des Dachverbands Budgetberatung Schweiz einhalten will, dass die Wohnkosten höchstens einen Viertel der Nettoeinnahmen ausmachen, braucht für dieselbe Wohnung das Vierfache der Nettomiete: rund 3'740 Franken in Biel bis 6'150 Franken in Zürich.
So ist gerechnet: Nettomiete + Krankenkasse + Steuern + übriges Budget = nötiger Nettolohn. Weil die Steuern selbst vom Lohn abhängen, ist der Lohn so bestimmt, dass die Steuern auf genau diesem Lohn mitbezahlt sind.
Tabelle: Nettolohn nach Stadt
Franken pro Monat, Einzelperson ab 26 Jahren, ohne Kinder, ohne Prämienverbilligung. Nebenkosten (Heizung, Warmwasser) sind nicht enthalten.
| Stadt | Nettomiete 2 Zimmer | Krankenkasse 2027 | Steuern | Übriges Budget | Nettolohn knapp | Nettolohn nach Viertelregel |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zürich | 1'537 | 477.00 | 280 | 1'520 | 3'810 | 6'150 |
| Genf | 1'242 | 610.60 | 300 | 1'520 | 3'670 | 4'970 |
| Basel | 1'157 | 570.60 | 271 | 1'520 | 3'520 | 4'630 |
| Lausanne | 1'177 | 543.50 | 257 | 1'520 | 3'500 | 4'710 |
| Bern | 1'178 | 494.40 | 449 | 1'520 | 3'640 | 4'710 |
| Winterthur | 1'294 | 477.00 | 246 | 1'520 | 3'540 | 5'180 |
| Luzern | 1'256 | 422.20 | 238 | 1'520 | 3'440 | 5'020 |
| St. Gallen | 1'037 | 427.40 | 265 | 1'520 | 3'250 | 4'150 |
| Lugano | 1'107 | 603.60 | 208 | 1'520 | 3'440 | 4'430 |
| Biel/Bienne | 935 | 494.40 | 394 | 1'520 | 3'340 | 3'740 |
Umgerechnet entspricht der knappe Nettolohn einem Bruttolohn von rund 43'000 Franken (St. Gallen) bis 50'700 Franken (Zürich) im Jahr. Die Spalte Viertelregel ist die Nettomiete mal vier, gerundet. Da die Budgetberatung die Nebenkosten zu den Wohnkosten zählt, liegt der Wert mit Nebenkosten noch etwas höher.
Woher die Zahlen kommen
- Miete: durchschnittliche monatliche Nettomiete (ohne Neben- und Heizkosten) bewohnter 2-Zimmer-Miet- und Genossenschaftswohnungen, Strukturerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS), 2022 bis 2024 kumuliert. Das sind die Mieten aller bestehenden Mietverhältnisse, auch langjähriger. Neu ausgeschriebene Wohnungen können teurer sein: Prüf die Inserate in deinem Quartier.
- Krankenkasse: mittlere Monatsprämie 2027 der Grundversicherung für Erwachsene ab 26 Jahren im Kanton, über alle Franchisen und Modelle (BAG). Mit 19 bis 25 Jahren ist die mittlere Prämie tiefer, in Zürich zum Beispiel 333.80 Franken.
- Steuern: Einkommenssteuer von Bund, Kanton und Gemeinde inklusive Personalsteuer für eine ledige Person ohne Kirchensteuer, Steuerjahr 2026, aus der Steuerbelastungsstatistik der ESTV für die Kantonshauptorte. Für Winterthur, Lugano und Biel, die keine Hauptorte sind, ist der Wert des Hauptorts (Zürich, Bellinzona, Bern) im Verhältnis der Steuern der Stadt zu denen des Hauptorts bei 80'000 Franken Bruttolohn umgerechnet (ESTV-Steuerrechner).
- Vom Brutto- zum Nettolohn: AHV/IV/EO 5,3 Prozent und ALV 1,1 Prozent (Stand 2026), Pensionskasse zum gesetzlichen Minimum für eine 35-jährige Person (die Hälfte von 10 Prozent des koordinierten Lohns, Koordinationsabzug 26'460 Franken) und 1 Prozent Nichtberufsunfallversicherung. Viele Pensionskassen ziehen mehr ab.
- Übriges Budget: 1'520 Franken, alle Posten des Budgetbeispiels der Budgetberatung für eine Einzelperson mit 4'000 Franken netto (Version 2025/2026) ausser Wohnen, Steuern, Krankenkasse und frei verfügbarem Betrag.
Die 1'520 Franken setzen sich so zusammen: Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung 20, Telefon, Internet, TV und Serafe 120, Strom 70, ÖV 150, Nahrungsmittel 450, Körperpflege und Haushalt 70, Kleider und Schuhe 100, Freizeit, Coiffeur und Taschengeld 270, Franchise und Selbstbehalt 40, Augen- und Zahnkontrolle 30, Geschenke 50, Reserve für Unvorhergesehenes 150. Restaurant, Ferien, Auto, Zusatzversicherungen und Sparen sind nicht dabei.
Der Lohn gilt für zwölf Monatslöhne. Mit einem 13. Monatslohn reicht ein entsprechend tieferer Monatslohn, solange der Jahreslohn gleich bleibt. Wer ohne Niederlassungsbewilligung C in der Schweiz arbeitet, zahlt in der Regel Quellensteuer, die direkt vom Lohn abgezogen wird; die Beträge können von dieser Rechnung abweichen.
Reicht ein Bruttolohn von 6'000 Franken in der Stadt?
Mit 6'000 Franken brutto im Monat, zwölfmal bezahlt (72'000 Franken im Jahr), bleiben nach den Sozialabzügen dieser Rechnung rund 5'370 Franken netto im Monat. Nach Steuern, mittlerer Krankenkassenprämie, durchschnittlicher 2-Zimmer-Miete und dem übrigen Budget von 1'520 Franken bleibt in allen zehn Städten ein Rest:
| Stadt | Steuern pro Monat | Rest bei 12 Löhnen | Rest bei 13 Löhnen |
|---|---|---|---|
| Zürich | 547 | 1'286 | 1'637 |
| Genf | 717 | 1'276 | 1'599 |
| Basel | 703 | 1'415 | 1'748 |
| Lausanne | 841 | 1'285 | 1'614 |
| Bern | 840 | 1'334 | 1'673 |
| Winterthur | 560 | 1'515 | 1'864 |
| Luzern | 586 | 1'582 | 1'944 |
| St. Gallen | 721 | 1'660 | 1'992 |
| Lugano | 602 | 1'533 | 1'875 |
| Biel/Bienne | 855 | 1'562 | 1'899 |
Von diesem Rest gehen noch die Nebenkosten ab. Was danach bleibt, ist für Sparen, Ferien, Restaurant oder eine teurere Wohnung. Die Viertelregel der Budgetberatung erfüllst du mit 5'370 Franken netto bei einer Wohnung bis rund 1'340 Franken inklusive Nebenkosten.
Krankenkasse im Budget und Prämienverbilligung
Die Krankenkassenprämie ist nach der Miete oft der grösste feste Posten. Trag sie als monatliche Ausgabe ein und plane zusätzlich die Kosten bis zur Franchise und den Selbstbehalt ein: Die Budgetberatung rechnet bei der Mindestfranchise von 300 Franken mit 40 Franken im Monat. Mit einer höheren Franchise oder einem Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell zahlst du oft weniger Prämie als die mittlere Prämie in der Tabelle, trägst aber mehr selbst. Vergleiche die Angebote im Prämienrechner des Bundes (priminfo.ch).
Mit tiefem Einkommen hast du möglicherweise Anspruch auf Prämienverbilligung. Die Kantone legen Einkommensgrenzen und Verfahren selbst fest. In manchen Kantonen musst du einen Antrag stellen, in Zürich zum Beispiel bei der SVA Zürich. Die Budgetbeispiele der Budgetberatung rechnen ohne Prämienverbilligung und empfehlen, den Anspruch zu prüfen.
Quellen
- BFS, Durchschnittlicher Mietpreis in Franken nach Zimmerzahl für die 10 grössten Städte, 2022-2024 kumuliert (T 09.03.03.42, Strukturerhebung) (abgerufen 2026-11-07)
- BAG, Kantonale monatliche mittlere Prämien 2026/2027 der OKP inkl. Wahlfranchisen und Modelle (PDF) (2026-09-29)
- ESTV Steuerrechner: Steuerbelastung natürliche Personen, Kantonshauptorte und Gemeinden (Steuerjahr 2026) (abgerufen 2026-10-10 und 2026-10-12)
- Dachverband Budgetberatung Schweiz: Budgetbeispiele für Einzelpersonen (PDF) (Version 2025/2026, abgerufen 2026-11-07)
- Dachverband Budgetberatung Schweiz: Wohnen (abgerufen 2026-11-07)
- AHV/IV, Merkblatt 2.01: Lohnbeiträge an die AHV, die IV und die EO (Stand 1. Januar 2026, abgerufen 2026-11-07)
- AHV/IV, Merkblatt 2.08: Beiträge an die Arbeitslosenversicherung (abgerufen 2026-11-07)
- BSV, Wichtige Masszahlen im Bereich der beruflichen Vorsorge 2025/2026 (PDF) (abgerufen 2026-11-07)
- BAG, Prämienrechner priminfo.ch (abgerufen 2026-11-07)
- SVA Zürich: Individuelle Prämienverbilligung (abgerufen 2026-10-11)